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STUDIUM GENERALE: Literatur: Die Göttliche Komödie

Die „Divina Commedia“ ist eine der faszinierendsten literarischen Schöpfungen. Mit den Werken Homers oder Shakespeares gehört sie zum literarischen Weltkulturerbe. Das Werk entstand um 1320. Es erzählt von Dantes Wanderung durch die drei Jenseitsreiche: Inferno (Hölle), Purgatorio (Läuterungsberg) und Paradiso (Himmelskreise), von seiner Begegnung mit Seelen berühmter Politiker, Philosophen, Kaiser und Päpste, Künstler und Freunde. Der Leser erlebt die europäische Politik des Heiligen Römischen Reiches, den Machtkampf der Päpste, die Kulturgeschichte und Sittengeschichte, die Probleme des Individuums in der Gesellschaft im ausgehenden Mittelalter an der Stufe zur Renaissance. Poetische Kraft und Schönheit der über 14.000 Verse, ihre dramatische Spannung und Vielfalt machen Die Göttliche Komödie zu einem zeitlosen Höhepunkt abendländischer Kunst. Dantes Vision einer im Detail geschilderten jenseitigen Welt ist eine seelische Wanderung auf der Suche nach der Antwort auf die menschliche Existenzfrage: Wer bin ich. Die Bilder auf seiner Seelenreise sind erschütternde Bilder einer inneren Erfahrung, wie aus einem Traum. Historische und mythologische Personen und deren Handeln stehen stellvertretend für jeden Menschen. Denn Dante richtet nicht selbstherrlich über andere; das Böse und Gute, dem er begegnet, findet er auch in sich. Die Probleme sind so zeitlos modern, dass die unterschiedlichsten Interpretationen möglich sind, je nach dem Aspekt, unter dem man die universelle Thematik des Werkes betrachtet. Unsere Zeit überrascht mit immer neuen Auslegungen.

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